Geschichte - Tel-Treff Zürich

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PTT-Telefonistin war ein angesehener Beruf, auch wenn die Lehre nur ein Jahr dauerte. Ein Frauenberuf, den es in dieser Form nicht mehr gibt. Das Fräulein vom Amt gehört schon seit einigen Jahren der Vergangenheit an. 

Männer stiessen erst in den 80er-Jahren zu uns.

Bis in die 70er-Jahre war das Eintrittsalter 17 Jahre und den Welschlandaufenthalt hatte man hinter sich. Bestand man die Aufnahmeprüfung (allg. Wissen, Geografie, Französisch), durfte man als Lehrtochter in die nächste Lehrklasse eintreten. Manchmal gab es Doppelklassen mit je 12 jungen Frauen. Unsere Werkzeuge waren die Sprechgarnitur, Bleistift und Radiergummi.

In den ersten sechs Monaten kamen Theorie und Praxis zum Zug. Zwei Stunden Theorie am Morgen und Nachmittag beinhalteten Vorschriften, Geografie, Allgemeinwissen und Umgang am Telefon. Die anderen vier Stunden gehörten der Praxis. Am Morgen wie auch am Nachmittag hörten wir zu Beginn einer Telefonistin zu. Sie zeigte uns, wie ein Anruf abläuft, wo gesucht wird etc. Auch teilte die Instruktorin den angehenden Telefonistinnen Suchlisten aus. Mit diesen Übungsblättern suchten wir nach verschiedenen Telefonnummern. Zu unseren Aufgaben gehörte auch das Nachschlagen von Notfallärzten, Apotheken, Kino- und Theaterprogrammen, Veranstaltungen etc. Ausserdem lief die Klasse die verschiedenen Stadtkreise ab und lernte sie so besser kennen. Viele Telefonistinnen kamen von auswärts.

Nach sechs Monaten erfolgte die Zwischenprüfung. War diese bestanden, wurden wir für den unregelmässigen Dienst eingeteilt. Die Lehrtochter arbeitete wie eine gelernte Telefonistin. Gegen Ende des Lehrjahres stand die Schlussinstruktion auf dem Plan (vier Wochen), bevor die Schlussprüfung stattfand. Die bestandene Prüfung wurde mit einem Lehrabschlusszeugnis ausgezeichnet.

Viele Lehrtöchter blieben der PTT treu und wurden mit den Jahren Aufsicht und Instruktorin.
 
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